Zwischenstand der „2015 Reading Challenge“ – Teil 2

…und hier kommt der zweite Teil meines Zwischenberichts zur „2015 Reading Challenge“:

(zum ersten Teil geht’s hier)

[x] a book that scares you: Ein Buch, das Angst hervorruft – diese Aufgabe hielt ich für etwas kniffliger als manch andere auf der Liste. Sicher, Bücher können beklemmen, verunsichern, einem einen Schauer über den Rücken jagen…aber richtig Angst einflößen? Das schaffen wohl nur wenige. Einen Autor, den ich dafür als geeignet hielt, ist Stephen King. Zufällig stieß ich bei Spotify auf ein Hörbuch von ihm, namens „Das Mädchen“. In dieser Geschichte geht es um die neunjährige Trisha, die gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder eine Wanderung unternimmt. Als sie pinkeln muss, verlässt sie den Wanderweg und verläuft sich kurzerhand im Wald. Die anderen haben von Trishas Verschwinden nichts mitbekommen, und so ist das junge Mädchen bald mutterseelenallein in der Wildnis. Tagelang irrt sie hilflos durch das Dickicht, Hunger, Durst und den Mücken und Tieren ausgesetzt. Und da ist noch etwas…jemand…der sich ihr als der „Gott der Verirrten“ vorstellt…Fazit: Ich habe noch nicht allzu viele Bücher von King gelesen, dieses jedoch hat mir sehr gut gefallen. Das Buch schafft wahrlich eine Atmosphäre der Angst und Verzweiflung und ich wurde beim hören immer mehr in Trishas aussichtslose Situation mit hineingezogen. Das Auftauchen des „Gottes“ verstärkte die surreale und beängstigende Atmosphäre. Wirkliche Angst habe ich wahrscheinlich nicht empfunden, aber ein wohliges Gruseln hat mir dieses (Hör-)Buch auf jeden Fall beschert.

[x] a book with a color in the title: Eine Farbe im Titel findet sich bei dem Buch „Die rote Katze“ von Robert Brack alias Virginia Doyle. Die Geschichte spielt 1903 auf St. Pauli und handelt vom Seemann Heinrich Hansen, der nach langer Zeit auf See in seine Heimatstadt zurückkehrt. Er heuert bei der örtlichen Polizei an und wird kurz darauf schon in seinen ersten Fall verwickelt: eine Tänzerin wird kurz vor ihrem Auftritt erdrosselt in ihrer Garderobe aufgefunden. Eine spannende Suche nach dem Mörder beginnt, bei dem Heinrich immer wieder auch in seine eigene Vergangenheit auf St. Pauli zurückgeworfen wird. Fazit: ein unterhaltsamer historischer Krimi, der die Lebenswirklichkeit St. Paulis zur Jahrhundertwende authentisch und vielschichtig wiedergibt.

[x] a book that made you cry: Tana French die Zweite: vor kurzem las ich einen weiteren Titel meiner Lieblings-Krimiautorin – „Totengleich“. In diesem Roman geht es um die Polizistin Cassie Maddox, die zu einem Fall gerufen wird, bei der das Todesopfer ihr auf erschreckende Weise ähnlich sieht. Um den Mord aufzuklären, schlüpft sie in die Rolle des Opfers – Lexie -, um in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Zurück nach Whitethorn House, dem alten Landhaus, in welchem die Tote mit vier Studienkommilitonen lebte. Was verbindet sie mit Lexies Schicksal? Fazit: Wieder einmal saugt mich Tana French ab der ersten Seite in ihre Welt – diesmal in eine schwermütige, traumhafte und verzauberte Landhausidylle, in der sich fünf Sonderlinge ihr privates Paradies geschaffen haben. Je tiefer man in diese Traumwelt eintaucht, desto härter trifft dann schließlich der Moment, als der Vorhang fällt und das Dunkel hinter der Fassade hervorschimmert. Tatsache – schließlich hing ich so tief in dieser Geschichte drin, dass mich das Ende zu Tränen rührte.

[x] a book with magic: Bücher, in denen Magie eine Rolle spielt, finden sich mehrfach auf meiner Liste. In diesem Fall habe ich mich für „Wächter der Nacht“ von Sergei Lukianenko entschieden, dem wohl bekanntesten Roman in Russland, der später auch verfilmt wurde. Es ist ein klassischer Gut-Böse/Hell-Dunkel Roman, in dem es um „die Anderen“ geht, also Wesen mit übersinnlichen Fähigkeiten, die unter den Menschen leben. „Die Anderen“ teilen sich auf in die Tag- und die Nachtwache, zwei verfeindete Gruppen, die um das Gleichgewicht von Gut und Böse in der Welt ringen. Schauplatz des Romans ist Moskau, der Protagonist Anton ein Anderer der Nachtwache, der im Laufe der Story so einige Katastrophen verhindern muss. Fazit: Ein interessant geschriebener Roman, der eine alte Thematik neu bearbeitet. Das russische Setting und die dazu passende Schreibweise haben mir gut gefallen. Ich werde bestimmt noch die Folgeromane der Wächter-Reihe lesen.

[x] a book by an author you’ve never read before: Eine Autorin, die schon länger auf meiner To-Read-Liste stand, ist Rebecca Gablé, die bereits gefühlte 200 historische Romane auf den Markt geworfen hat. Angesichts der überwältigenden Bibliografie griff ich wahllos zum Roman „Das Lächeln der Fortuna“. Er erzählt die Geschichte von Robin, der sich im England des 14. Jahrhunderts von einem besitzlosen Jungen bis an den Hof des Duke of Lancaster kämpft. Doch sein Weg ist gespickt mit Schicksalsschlägen und immer wieder wird er von seiner Vergangenheit eingeholt…Fazit: Da ich historische Romane gerne lese, hat mir auch diese Geschichte gut gefallen. Sie war unterhaltsam und atmosphärisch geschrieben. Was mich störte, waren jedoch die etwas schwach ausgearbeiteten Charaktere, die oftmals sehr eindimensional daherkamen. Das hat die Geschichte an vielen Stellen vorhersehbar gemacht. Nach dem „Lächeln der Fortuna“ bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich weitere Bücher von Gablé lesen werde, oder doch lieber bei Ken Follet und Co. bleibe.

[x] a book that takes place in your hometown: Auf dieses Buch hatte ich mich schon lange gefreut: „In Nomine Diaboli“ von Monika Küble und Henry Gerlach, ebenfalls ein historischer Roman, der zur Zeit des großen Konzils (Anfang 15. Jahrhundert) in meiner Heimatstadt Konstanz spielt. Protagonist ist der Bäckersgeselle Cunrat Wolgemut, der während des monatelangen Großereignisses in der Stadt Geld verdienen möchte. Doch statt Brötchen zu backen, gerät Cunrat immer wieder in Schwierigkeiten und „stolpert“ kurz darauf auch schon über einen ersten Toten (der nicht allein bleiben soll). Gemeinsam mit seinem italienischen Bäckersfreund Giovanni und dem Humanisten Poggio Bracciolini macht er sich auf, das Geheimnis um den Konzilmörder zu lüften…Fazit: das Buch stand lange in meinem Regal, da mich seine knapp 800 Seiten etwas einschüchterten. Das Lesen hat sich aber hundertprozentig gelohnt. Im Buch lernt man viel über die politischen, religiösen und gesellschaftlichen Hintergründe des großen Konstanzer Konzils und das Leben am Bodensee im 15. Jahrhundert. In diese Fakten ist geschickt die fiktive Kriminalgeschichte eingewoben und schnell taucht man ein in die stinkenden Gassen von Konstanz, in denen es von zwielichten Gestalten nur so wimmelt. Als „Ortskundige“ habe ich viele Schauplätze der Geschichte wiedererkannt, was ebenfalls sehr faszinierend ist. Dieser Roman hat wirklich Spaß gemacht!

Momentan stehe ich also bei 13/50 Büchern…wenn ich die 50 dieses Jahr noch voll kriegen soll, muss wirklich ein Wunder geschehen! Aber Spaß macht es auf jeden Fall. ;)

Umzug und Zwischenstand der „2015 Reading Challenge“ – Teil 1

Liebe Leserinnen und Leser,

da meine alte Heimat-Plattform blog.de zum Ende diesen Jahres die Schotten dicht macht, habe ich mich kurzerhand entschlossen, mit Sack und Pack zu WordPress umzuziehen. Bisher bin ich sehr angetan, da WordPress sehr viele Möglichkeiten bietet, seinen Blog zu gestalten. Ich hoffe, das neue Erscheinungsbild und auch der neue Name – Buchbude – gefällt euch!

Ende letzten Jahres habe ich in einem Eintrag die „2015 Reading Challenge“ erwähnt, die ich im Internet gesehen habe. Inzwischen habe ich 13 der insgesamt 50 vorgegebenen Bücher abhaken können und bin aktuell bei Nummer 14. Dass ich alle 50 Bücher bis Ende des Jahres gelesen haben werde, ist wahrscheinlich etwas utopisch, aber die Herausforderung macht auf jeden Fall Spaß und inspiriert dazu, auch mal Bücher in die Hand zu nehmen, die man sonst vielleicht wieder zurück ins Regal gestellt hätte. Hier ein kurzer Überblick der ersten sieben Bücher mit Fazit zu den bisher gelesenen bzw. gehörten Texten:

[x] A book that became a movie/ [x] a book with nonhuman characters / [x] a book by a female author / [x] a book set in high school: Per Hörbuch habe ich mich an die „Biss“-Reihe von Stephenie Meyer gewagt. Da es vier Teile waren, habe ich natürlich auch vier Häkchen gesetzt ;) Voller Vorurteile und Zweifel stürzte ich mich in die dramatisch-wehleidige Geschichte von Bella und Edward und wurde…natürlich bestätigt. Zwar packte mich die Geschichte bei der Hälfte des zweiten Teils, aber allzu oft entlockten mir die simple Sprache, platten Dialoge und irritierend handelnden Charaktere Kopfschütteln. Fazit: Die Geschichte war unterhaltsam und manchmal sogar spannend, an sich jedoch einfach platt, lieblos und niveaulos geschrieben. Sorry, Stephenie!

[x] a mystery or thriller: Ebenfalls als Hörbuch habe ich mich hier für „Das verlorene Symbol“ von Dan Brown entschieden. Die Geschichte – ein irrer Freimaurer glaubt, durch das Entschlüsseln eines Codes zur Gottheit aufzusteigen und wer muss ihm helfen? Richtig, Robert Langdon – ist irgendwie typisch Dan Brown, man kennt die Thematik aus seinen zahlreichen anderen Romanen. Fazit: Irgendwie alles nichts Neues, trotzdem schafft es der Autor immer wieder, eine mitreißende und spannende Atmosphäre zu schaffen. Diese wird im Hörbuch durch passende Musik noch verstärkt und hat mir so einige Zugfahrten verkürzt.

[x] a book set in a different country: Hier habe ich mich für „Die Melodie der Walnuss. Chefinspektor Falks Hexenfall“ von Peter Bergmann entschieden. Dieser Krimi spielt in Österreich und handelt von einem Ermittler, der es mit einem Serienmörder zu tun hat, welcher seine Opfer jahrelang gefangen hält, bevor er sie grausam hinrichtet und der Öffentlichkeit „präsentiert“. Dabei will er scheinbar auch eine rätselhafte Botschaft übermitteln… Fazit: Ich habe das Ebook gratis bei Amazon heruntergeladen und nicht allzuviel erwartet. Trotzdem war die Geschichte gut durchdacht und ansprechend geschrieben. Mittlerweile kostet das Ebook wieder ca. 8€, ein Kauf lohnt sich meiner Meinung nach aber, wenn man auf Krimis mit urigen Gestalten und einer Prise Mystery steht.

[x] a book from an author you love that you haven’t read yet: Ich LIEBE Bücher von der irischen Schriftstellerin Tana French – meiner Meinung nach ist sie eine der besten Krimi-Autorinnen, die es momentan gibt. So wagte ich mich voller Vorfreude Anfang des Jahres an ihren Roman „Sterbenskalt“ und wurde wie immer nicht enttäuscht. Es ist Frenchs dritter Roman und rückt dieses Mal den Undercover-Ermittler Frank Mackey in den Fokus. Dieser stammt aus dem Problemviertel Faithful Place in Dublin, einem Ort voller Perspektivlosigkeit und Tristesse. In seiner Jugend will Mackey diesem Ort und seiner Problemfamilie entfliehen und plant mit seiner ersten großen Liebe Rosie die Flucht nach England. Doch Rosie erscheint in der verabredeten Nacht nicht am Treffpunkt und scheint allein durchgebrannt zu sein. 22 Jahre später wird jedoch Rosies Koffer gefunden – in einem Abbruchhaus nur wenige Meter von dem damaligen Treffpunkt entfernt. Mackey kehrt zurück an diesen dunklen Ort, um das Geheimnis um Rosie endlich zu lüften… Fazit: Ich liebe, liebe, liebe Tana French! Von der ersten Seite an zieht die Geschichte den Leser in ihren Bann und lässt ihn auch nach der letzten Seite nur widerwillig gehen. Die Atmosphäre und die Geschehenisse hallen auch nach dem Ende der Geschichte noch lange nach. Nur selten erlebe ich es bei Büchern, dass sie mich so dermaßen einsaugen. Tana French schafft es jedes Mal. Absolute Weltklasse.

 

Den zweiten Teil gibt es dann im nächsten Post. Vielen Dank für’s lesen :)

 

Jahresabschluss und Blick nach vorn

Zunächst einmal muss ich mir eingestehen, dass ich dieses Jahr in diesem Blog viel zu wenig geschrieben habe!

Zur Entschuldigung: das Jahr 2014 war sehr ereignisreich und das Leben hat mich nur selten mal aus seinen Fängen gelassen – wofür ich sehr dankbar bin.
Ich habe mein Bachelorstudium beendet (yay!) und meinen Führerschein gemacht (besser spät als nie!). Ich bin umgezogen und habe tolle neue Menschen kennen gelernt.
Nebenher wurde natürlich auch gelesen. Da ich nicht dazu gekommen bin, über die Bücher zu schreiben, hier eine kleine Liste der Titel, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe:

  • George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer (Band 7-10; endlich bin ich auf dem aktuellen Stand)
  • Walter Moers – Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär (Moers <3)
  • Timur Vermes – Er ist wieder da (nicht zu Ende gelesen; am Anfang interessant, doch die Story erschöpft sich nach einiger Zeit)
  • Jehan Sadat – Ich bin eine Frau aus Ägypten (die absolut faszinierenden und lesenswerten Memoiren einer starken Frau)
  • Anthony McCarten – funny girl (unterhaltsamer, kritischer Titel über eine junge Muslima in Großbritannien, die Comedian werden möchte)
  • Tana French – Schattenstill (mitreißender Krimi in schauriger Bauruinen-Atmosphäre)
  • Anna Gavalda – Zusammen ist man weniger allein (eine leise, zarte und wunderschöne Lebens-/Liebesgeschichte)
  • Jan Costin Wagner – Tage des letzten Schnees (Hörbuch; nachdenklicher, intensiv geschriebener Krimi)

Alles tolle Bücher, über die ich gerne noch das eine oder andere Wort schreiben würde. Ich hoffe, dass ich 2015 dafür die Gelegenheit bekomme.

Doch auch für das neue Jahr habe ich mir schon ein ehrgeiziges Lese-Ziel gesetzt. Es geht um diese Liste (draufklicken für Großansicht):

2015 Reading Challenge

In dieser Liste, der „2015 Reading Challenge“, geht es darum, 50 möglichst unterschiedliche Bücher in einem Jahr zu lesen. Beispielsweise ein Buch, welches älter als 100 Jahre ist, eines, in dem Magie vorkommt, eine Trilogie oder auch ein Titel, der in der Heimat spielt.
Mit den Büchern, die ich momentan lese/höre, mache ich schon einen guten Anfang:

Ich höre: Ken Follett – Sturz der Titanen (Der erste Teil der Trilogie Die Jahrhundert-Saga) (Edit: leider nicht zu Ende gehört :/ )
Und ich lese: Monika Küble/Henry Gerlach – In Nomine Diaboli (Ein Mittelalter-Krimi aus meiner Heimatstadt)

Ganz sicher werde ich nicht alle 50 Vorgaben erfüllen können – da ich eher zu den Langsam-Leserinnen gehöre, die sich für Bücher viel Zeit nehmen, werde ich schon allein mit dem hohen Pensum von 50 (!) Titeln so meine Probleme bekommen. Doch vielleicht lässt sich ja etwas Schummeln – schließlich können auf ein Buch ja auch durchaus auch mehrere Punkte auf der Liste zutreffen… ;-)

Wie dem auch sei, ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und viel Erfolg, Gesundheit und Spaß im neuen Lese-Jahr 2015!